Felsengräber von Schech Abd el-Kurna

Schech abd el-Kurna – dieser hohe Hügel erweckte schon lange meine Neugierde…
 

Dieser Hügel befindet vor den thebanischen Bergen zwischen Deir el- Medine, nördlich des Ramesseums und zieht sich bis nach Deir el-Bahari, wo sich die Tempel von Mentuhotep Nebhepetre, Hatschepsut und Thutmosis III. befinden.
Wer schon die Gräber der Noblen/Adligen besuchte, schaut dahinter direkt auf diesen Hügel und sieht von dort schon viele von den ehemaligen Grabeingängen.

Zusammen mit den östlich davon liegenden Gräbern von el-Chocha bildet der Hügel den größten und wichtigsten Bezirk der thebanischen Privatgräber von hohen und niederen Beamten, Priestern und Großwürdenträgern, die im Neuen Reich in den Vorbergen des westlichen Randgebirges angelegt oder aus dem Mittleren Reich usurpiert wurden.

Die Gesamtzahl der wichtigen, von der Altertümerverwaltung erfaßten Gräber wird mit 414 angeben, in der Zwischenzeit hat sich wohl die Zahl erhöht. 

Die Grabanlagen sind zum großen Teil nach dem gleichen Schema angelegt. Sie bestehen aus drei Räumen, einem Vorhof, einer breiten Halle, in welcher oft die Decke von Pfeilern oder Säulen getragen wird.  An der Halle schließt sich ein Korridor an, der mit einer Nische für Statuen endet. Dort befinden sich Statuen des Verstorbenen und seinen näheren Verwandten. Teilweise wurden auch an den Seiten kleine Kammern angelegt.
Auf dem Platz vor dem Grab wurden Totenopfer dargebracht.

Wegen der überwiegend schlechten Beschaffenheit der Kalksteinwände, wurden die Darstellungen nicht eingemeißelt, sondern auf mit Nilschlamm geglättete und geweißte Wände in bunten Farben aufgemalt.

Auf den Schmalwänden der Halle sind meist Gebete für die Toten abgebildet. Die anderen Wände zeigen den Verstorbenen bei seiner Arbeit in seinem irdischen Leben.
Diese Darstellungen haben überwiegend das tägliche Leben zum Thema. So kann man an Hand dieser Darstellungen Rückschlüsse ziehen und Erkenntnisse über das Leben der damaligen Zeit gewinnen.
Im Korridor wird der Ablauf der Zeremonien des Begräbnisses geschildert.

Wie schon erwähnt, sind die überwiegende Anzahl der Gräber nach dem gleichen Schema angelegt. Man nennt diese Art des Grabbaus "Saff-Gräber" oder auch "Portikus-Gräber". Auf dem Foto unten, 3. Reihe rechts sind deutlich solche Saff-Gräber zu erkennen.

Der Begriff "Saff " kommt aus dem arabischen und leitet sich von den in Reihen stehenden Pfeilern am Grabeingang ab.

Ausführliche Informationen dazu findet man hier:
http://www.mentuhotep.de/bestattungen/saffgrab.htm 

Deutlich unterscheiden sich die Saff-Gräber des Mittleren Reiches von denen des frühen Neuen Reiches.
Näheres dazu hier:
http://www.mentuhotep.de/bestattungen/saff-entw.htm

Ich bin vom Süden den Abhang des Hügels hinauf und habe ihn auf der Westseite bis nach Deir el-Bahari umrundet.
Auf dem obersten Foto links sieht man den Blick zurück zur Hathorkapelle von Deir el-Medine.
Auf dem nächsten Foto ist der Abhang zu sehen, auf dem ich den Berg hoch bin.
Den halben Berg habe ich umrundet, mal etwas höher, mal etwas weiter unten, habe allerdings nicht alle Gräber aufsuchen können.
Die meisten Gräber sind verschlossen, viele haben ein Gitter davor, so daß man einen Blick hinein wagen kann.
Ebenso sind viele undekoriert. In einigen sind allerdings noch schöne Reste der farbigen Dekoration erhalten geblieben.

Von diesem Ausflug möchte ich einige Gräber vorstellen mit kurzen Informationen dazu, soweit diese mir vorliegen.


Ich habe mir nicht nur die interessanten Gräber angeschaut, sondern zwischendurch auch den herrlichen Weitblick ins Fruchtland bis über den Nil genossen (siehe die beiden Fotos unten).

Folgende Gräber stelle ich kurz vor:
Grab Nr. -75- Grab Nr. -82-
Grab Nr.  TT  92
Grab Nr. TT 115
Grab Nr. -76- (MMA Nr. 1120) Grab Nr. TT 81 Grab Nr. TT 73
Grab Nr. TT 74 Grab Nr. TT 116  
 
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Quellennachweis